Kategorie: Methodik aus dem Musikstudio

17.04.08

Permalink 11:58:48, von admin E-Mail , 499 Wörter   German (DE)
Kategorien: Herzlich willkommen!, Methodik aus dem Musikstudio

Bei Krankheit zum Musikunterricht?

Alle Musiklehrer kennen folgende Situation: ein Schüler kommt zum Unterricht, setzt sich ans Instrument und fängt erst an zu husten, oder sich die Nase zu putzen. Die Eltern sehen das besorgte Gesicht des Lehrers und versichern sofort, dass es "nur ein einfache Erkältung" sei, oder "das ist nur eine Allergie".
Ich habe noch nie gehört, dass jemand freiwillig zugegeben hat, dass sein Kind eine Grippe hätte, Windpocken, Röteln, oder sonstige ansteckende Krankheit.
Sicherlich haben einige Kinder "nur" eine Erkältung, aber ein Musiklehrer ist kein Facharzt und kann nicht fachmännisch feststellen, ob diese Krankheit ansteckend ist, oder nicht.
Ein selbständig arbeitender Musiklehrer kann es sich einfach nicht leisten ein paar Tage, oder gar eine Woche krank zu sein, denn er hat dann in der Woche danach anstatt 40 Arbeitsstunden gleich doppelt so viel: nämlich 80 Arbeitsstunden, oder er erleidet große finanzielle Verluste. Andere, gesunde Schüler müssen auf den Unterricht verzichten. Deshalb reagieren alle Musiklehrer sehr sensibel, wenn die Eltern zum Unterricht ein krankes Kind schicken.
Als Musiklehrer hat man meistens ein sehr direktes Kontakt mit dem Kind, man sitzt dicht neben dem Schüler, kleine Kinder husten öfter unkontrolliert ins Gesicht, machen den Mund nicht zu, die Viren fliegen durch die Luft und damit besteht die Gefahr angesteckt zu werden nicht nur für den Lehrer, sonder für alle nachfolgende Schüler. Es besteht keine Möglichkeit sich im Unterricht zu distanzieren, oder eine Schutzmaske zu tragen, wie im Krankenhaus es üblich ist.
Aber das Wichtigste ist natürlich, dass ein krankes Kind nicht ins Unterrichtzimmer, sondern ins Bett gehört.
Hier einige Anmerkungen, warum auch ein "einfacher" Husten oder Schnupfen störend ist: durch ständiges Husten ist ein normales Spielen oder gar Singen nicht möglich, durch den Schnupfen verstopfte Ohren empfinden den Klang eines Instrumentes auf eine unangenehme Art. Oft leidet die Konzentration und der Schüler ist müde und nicht bereit etwas zu lernen. Erschwertes Atmen durch den Schnupfen und ständig laufende Nase stört noch mehr beim Spielen, als Husten. Wenn ein Kind dann noch Fieber hat, ist es richtig gefährlich ein Instrument zu spielen oder zu singen. Als Fazit kann man sagen, dass so ein Unterricht nicht qualitativ verläuft und nichts bringt. Oft wollen die Kinder danach nicht mehr zum Unterricht, weil sie damit schlechtes Fühlen, und große Anstrengung in Verbindung bringen.
Erlauben Sie niemals einem kranken Kind, Klavier zu üben, selbst einfache Stücke, wegen des Risikos die Krankheit zu verschlimmern und von Hirnschädigungen, falls durch das Klavierspielen das Fieber stark ansteigt.
Wir freuen uns immer auf unsere Schüler, die gesund, mit Freude und guter Laune ins Unterricht kommen.
Wir bitte Sie für das Erhalt der Gesundheit ihres Kindes und ihres Musiklehrers bei Erkältungen, und anderen Krankheiten den Musikunterricht sofort abzusagen und ggf. nach einem Ersatztermin zu verlangen, wenn die Stunde ein Tag vor dem regulären Termin abgesagt worden ist.

14.04.08

Permalink 13:08:46, von admin E-Mail , 800 Wörter   German (DE)
Kategorien: Methodik aus dem Musikstudio

Wettbewerbe : Pro und Contra

Wettbewerb oder doch lieber regulärer Unterricht?

Viele Eltern wollen, dass ihr Kind gut ein Instrument spielt, viele träumen sogar von einer Musikerkarriere für ihre Kinder. Eltern fragen uns, ob wir ein Kind zu Wettbewerben vorbereiten können. Die Antwort ist natürlich „Ja“, aber wir raten grundsätzlich den meisten Eltern von den Wettbewerben in frühen Jahren ab. Sicherlich ist ein Wettbewerb an sich nichts schlimmes, und viele Kinder und Jugendliche brauchen ein Ziel, wofür sie üben können. Sicherlich mitiviert es viele Kinder nach einem gewonnenen Wettbewerb weiter zu üben. Das sind die Argumente für eine Teilnahme an Kinder- Wettbewerben. Leider gibt es viele negative Argumente, mit denen ich mich in diesem Betrag auseinander setzten werde.

Um gezielt auf diese häufige und wichtige Frage anzugehen bin ich auf die Idee gekommen einen kleinen Beitrag darüber zu schreiben und bin dabei auf einen Artikel zu diesem Thema aus der Musikzeitschrift „Das Orchester“ gestoßen. Einen kleinen Ausschnitt daraus finden Sie weiter unten.
In unserer Musikschule Intermezzo streben wir nicht danach alle Kinder zu Musikwettbewerben vorzubereiten, und mehrere Preisträger zu „dressieren“, wie vielleicht in vielen anderen privaten oder staatlichen Musikschulen in Deutschland oft der Fall ist. Wir versuchen unseren Schülern in erster Linie die Musik zu lieben und zu verstehen beizubringen. Im langjährigen Unterricht bringen wir unseren Schülern nach und nach die musikalische, theoretische und praktische
Kenntnisse am Instrument bei, damit später, (nach eigenem Wunsch), eine Berufsmusikerkarriere angetreten werden kann.
Wenn man sich in jungen Jahren dauernd auf Wettbewerbe vorbereitet, und meistens nur die dafür vorgesehene Repertoire mehrere Monate lang übt, verliert man die kostbare Zeit, um bestimmte Prozesse, Kenntnisse und Abläufe zu erlernen. Ohne die kommt man später nicht an eine
Musikhochschule, ohne diese Kenntnisse wird man kein Berufsmusiker.
Vielen jungen „Wunderkindern“ fehlt heute nicht nur an technischer Perfektion, sonder in erster Linie ist die musikalische Aussage und persönliche Überzeugungskraft gar nicht vorhanden.
Man erlebt einen „dressierten“ Schüler, der völlig im Unklarem darüber ist, was er spielt. Oft erleben wir bei solchen Kindern, dass sie meistens drei oder vier Stücke „perfekt“ auswendig spielen können,
aber die einfachsten Stücke nicht vom Blatt abspielen können, dass die grundlegenden Kenntnisse, die man in den ersten zwei Jahren in der Musikausbildung bekommen sollte, einfach nicht da sind.
Zu einem regulären Unterricht in jedem Instrument gehören Musikwerke aus verschiedenen Epochen, sowie technische Übungen und Einblicke in die Musiktheorie. An dieser Zusammenstellung lernt man verschiedene Musikstile kennen, entwickelt die Motorik und erfährt, nach welchen Gesetzen die Musik komponiert ist. An den Stücken aus der Epoche der Romantik lernen Kinder Ihre Emotionen kennen, und sie bewusst auf dem Instrument wiederzugeben. Es wird dabei viel an dem Klang gearbeitet. Währen die Schüler die Stücke aus der Klassik-Epoche üben, erfahren sie, wie eine Sonate aufgebaut ist, lernen verschiednen musikalische Formen kennen, sowie lernen unterschiedliche Anschlagsarten kennen. Bei den Stücken aus dem barocken Zeitalter lernen die Kinder die Mehrstimmigkeit kennen, polyphonische Musik hilft ihnen
nicht nur in der Welt der Musik sich besser zurechtzufinden, sondern auch in den anderen Lebensbereichen sich besser zurecht zu finden. Bei den Etüden bewältigen die Kinder ihre spezifische technische Probleme. Ihre feinmotorischen Fähigkeiten verbessern sich dadurch.
Oft erleben wir, dass bei den Vorbereitungen zum Wettbewerb der normale Unterricht nicht durchzuführen ist. Man fixiert sich auf zwei, max. drei Stücke. Oft sind es moderne Kompositionen, die Schüler in ihrer musikalischen Entwicklung nicht weiterbringen, sondern nur das Gedächtnis strapazieren. Als Resultat kommt eine Urkunde und verlorene Zeit, die man nicht zurückgewinnen kann.

„ Am Instrument hat er nicht mehr viel zu lernen. Was dem Kind fehlt, ist Bildung“ , sagte ein Mal der berühmte Komponist Felix Mendelssohn zu den Eltern eines „Wunderkindes“.

Unsere Empfehlung an viele Eltern deshalb: lassen Sie zuerst Ihr Kind eine richtige Musikausbildung absolvieren, damit er später (ab ca.14-15 Jahren), wenn der starke Wunsch besteht, zu Musik- Wettbewerben fahren kann.

Zum Schluss der versprochene Ausschnitt aus dem Artikel von Hans Günther Bastian und Martin Koch „Das Orchester 11/2006)
„Karrieretraum und Traumkarriere“
...“ Eine „hochbegabte“ Flötistin gibt trotz mehrfacher Preise im Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ im Alter von 21 Jahren auf, weil Ihre Intonation, ihr Gehör und ihre rhythmische Fähigkeiten
für das Studium der Orchestermusik als nicht ausreichend bewertet wurden. Dabei hatte sie von einer Solokarriere geträumt. Seitdem ruht die Querflöte unberührt in einer Schublade. Derart späte Erfahrungen und harte Einsichten lösen geradezu musikalische Schockerlebnisse aus.“...“ Fazit: Eine frühe Glanzkarriere bei „Jugend musiziert“ ist kein Garant für ein erfolgreiches Berufsmusizieren“

Ich hoffe, dass ich mit diesem Beitrag einige Bedenken und Fragen beantwortet habe.

Ihre Ella Pruzhanskaya

09.04.08

Permalink 19:51:12, von admin E-Mail , 263 Wörter   German (DE)
Kategorien: Methodik aus dem Musikstudio

Richtig üben lernen - 10 goldene Regeln

10 goldene Regeln, um Stress beim Üben zu vermeiden:

- Üben ist: wichtig, damit man Spaß an der Musik haben kann. Signalisieren Sie Ihrem Kind: Es muss geübt werden. Das Thema steht nicht zur Diskussion.

- Lehrer und Eltern sollten sich über das Pensum einigen und gemeinsam
durchsetzen, dass es eingehalten wird.

- Das Üben sollte in den Tagesablauf eingebaut werden wie das Zähneputzen.

- Das Üben sollte die Kinder nicht überfordern. 10 bis 15 Minuten täglich sind für 5jährige für den Anfang genug.

- Das Üben sollte keine stumpfsinnige Fron sein. Übefreie Tage sind wichtig.

- Wenn Ihr Kind krank ist oder in der Schule stark gefordert wird, sollte das Pensum angepasst werden.

- Begleiten Sie Ihr Kind ab und zu in den Unterricht, und fragen Sie den Lehrer, wie sie das häusliche Üben unterstützen können.

- Was steht im Aufgabenheft? Übt Ihr Kind auch tatsächlich, was es auf hat? Wenn nicht, sollten Sie darauf bestehen, dass die gestellten Aufgaben erledigt werden.

- Lassen Sie sich nicht von den Ausreden: keine Lust, keine Zeit, keine Ahnung aus der Ruhe bringen.

- Zeigen Sie ein freundliches Interesse am Musizieren Ihres Kindes. Hören Sie ab und zu beim Üben zu, besuchen Sie auf jeden Fall seine Konzerte, und bringen Sie zum Ausdruck, dass Sie seine Anstrengungen schätzen.

In diesem Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch „Jedes Kind will musizieren „ von Andrea Rittersbergen zitiert worden.

Die Musikschule Intermezzo wünscht Ihnen und Ihren Kinder eine schöne Zeit beim Musizieren. Ihre Olga und Ella Proujanski

September 2010
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